Vergleich Dich glücklich
Wie Du Vergleiche für eine glückliche und gesunde Entwicklung nutzen kannst (No. 14)
Kennst Du Menschen bei denen gefühlt alles besser läuft als bei Dir oder bei Deinem Kind? Nach der sozialen Vergleichstheorie brauchen alle Menschen hin- und wieder, wenn es keinen objektiven Maßstab gibt, den Vergleich mit anderen Menschen zur Orientierung. Allerdings zeigt uns die Forschung, dass häufige Vergleiche mit anderen einer der sichersten Wege sind, um dauerhaft unzufrieden zu werden. Gefährlich wird es, wenn wir unseren Wert zu stark daran messen, ob wir besser oder schlechter sind als andere. Der sogenannte „Abwärtsvergleich“ mit Menschen, denen es schlechter geht als uns selbst, verschafft uns zwar kurzfristig ein Gefühl der Befriedigung, mittelfristig trainieren wir unser Gehirn allerdings darauf unglücklich zu sein. Denn es vergleicht (auch unbewusst) weiter. Und schlussendlich wird es immer jemanden geben, der noch schöner, klüger oder erfolgreicher ist als wir selbst. Insbesondere, wenn wir intensiv soziale Medien nutzen. Die negative Auswirkung von sozialen Medien auf unsere Zufriedenheit, u.a. durch die Vielzahl an (teilweise stark verzerrten) sozialen Vergleichen, ist mittlerweile umfangreich belegt. Die Frage, die sich uns Eltern folglich stellt, ist:
✨Wie können wir verhindern, dass unsere Kinder durch zu häufige soziale Vergleiche unglücklich werden?
Praxistipps für Deinen Familienalltag:
📈 Mit sich selbst statt mit anderen vergleichen
Bringe Deinem Kind bei, seine eigene Entwicklung wahrzunehmen und sich lieber mit einer früheren Version seiner selbst als mit anderen zu vergleichen.
Beispiel: „Weißt Du noch, dass Du letzten Sommer Angst vor Wasser hattest? Diesen Sommer bist Du eine richtige kleine Wasserratte geworden und schaffst schon die ersten Schwimmzüge. Wenn wir diesen Herbst weiter üben, kannst Du nächsten Sommer bestimmt schwimmen.“
🚀 Aufwärtsvergleiche als Inspiration nutzen
Zeige Deinem Kind, wie es „Aufwärtsvergleiche“ nutzen kann, um sich zu motivieren und weiterzuentwickeln.
Beispiel: „Dein Bruder hatte auch Angst vor Wasser. Papa ist drei Monate lang jeden Sonntag mit ihm ins Schwimmbad gegangen – und jetzt hat er das Seepferdchen geschafft und fühlt sich wohl im Wasser. Möchtest Du auch gerne mit Papa im Schwimmbad üben?“
🪞 Vorbild sein
Achte darauf, wie Du selbst mit Vergleichen umgehst. Deprimieren oder inspirieren sie Dich? Denn dein Umgang mit Vergleichen prägt den Umgang Deines Kindes mit Vergleichen.
🤝 Geschwistertipp: Vergleiche vermeiden
Negative Vergleiche sind ein sicherer Weg zu Konflikten und Unzufriedenheit unter Geschwistern. Sätze wie: „Deine Schwester ist immer so höflich – nimm Dir doch mal ein Beispiel an ihr!“ solltest Du unbedingt vermeiden.
Zur Erinnerung - in den letzten beiden Ausgaben von Glück in Deine Mailbox ging es darum, dass Veränderungen zu den größten Entwicklungsherausforderungen von Kindern gehören und darum, wie Du Dein Kind so begleiten kannst, dass es an Veränderungen wächst. In dieser Ausgabe hast Du den dritten und letzten Schritt kennengelernt, der Deinem Kind dabei hilft Veränderungen gut zu meistern: die eigene Entwicklung wahrzunehmen und von Anderen, die ihm einen Schritt voraus sind, zu lernen. Zum Abschluss noch einmal alle drei Schritte im Überblick:
Wichtig für Dein Kind bei Veränderungen ist:
✨ dass es bewusst mit dem alten Lebensabschnitt abschließt (Ausgabe 12 - Wie Dein Kind Veränderungen meistert)
✨ dass es spürt, dass Du ihm zutraust, den neuen Abschnitt zu meistern, und Dich mit ihm auf neue Erfahrungen freust (Ausgabe 13 - Glaubt Dein Kind an sich?)
✨ dass es schöne neue Erfahrungen macht und seine eigene Weiterentwicklung wahrnimmt
Jetzt seid ihr bereit für Veränderungen und neue Herausforderungen.😊 Nimm Dir bewusst vor neue Erfahrungen mit Deinem Kind zu feiern. Vielleicht hast Du auch die eine oder andere Idee, wie Du dazu beitragen kannst, dass es schöne neue Erfahrungen im nächsten Lebensabschnitt macht? Z.B. genug Zeit einplanen für den ersten Kindergartentag, es zur neuen Schule begleiten oder abholen und mit ihm noch ein Eis essen gehen, den neuen Freund einladen oder ihm einfach nur aufmerksam zuhören und sich mit ihm freuen.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie Sommerferien, in denen ihr euch über alles was ihr dazu gelernt habt, freut und euch viele Menschen begegnen, die euch inspirieren! Und allen Familien für die nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt ansteht - von Herzen viel Zuversicht und Freude für den Neustart! Mir hilft bei neuen Herausforderungen meiner Kinder folgendes inneres Mantra besonders:
Jede Veränderung für mein Kind – so herausfordernd sie auch sein mag – ist eine Chance zur Weiterentwicklung.
Ich hoffe Dir und Deinem Kind wird es ähnlich weiterhelfen!
P.S. Damit Du Dich auch im trubeligen Familienalltag noch an die Tipps aus diesem Newsletter erinnerst, findest Du auf meiner Website in der Bibliothek das Handout “Vergleich Dich glücklich” zum Ausdrucken und Aufhängen.
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