Warum ich heute mit Tränen in den Augen schreibe
und wie das Deine Familie glücklicher machen kann (No. 22)
Heute morgen sitze ich sehr viel emotionaler als sonst an meinem Schreibtisch mit einer großen Packung Taschentücher neben mir. Denn gestern hatte ich mein Kindergartenabschlussgespräch. Damit geht für uns nach 7 Jahren in der gleichen Einrichtung eine Ära zu Ende und mir ist bewusster als sonst, dass meine Kinder unwiederbringlich groß werden und unsere gemeinsamen Tage gezählt sind.
Traditionell schenken wir Eltern den Erziehern zum Schulabschied etwas. Deswegen habe ich gestern unseren Erzieher gefragt, was denn das schönste Abschiedsgeschenk für dieses Jahr wäre. Daraufhin hat er mir die Abschiedsbriefe der Kinder und Familien aus den letzten Jahren gezeigt – diese sind für ihn das schönste Geschenk.
Deswegen habe ich heute Morgen all die schönen Momente und all das, wofür ich unserem Kindergarten dankbar bin, aufgeschrieben – daher der Berg an Taschentüchern neben mir. Von dem ersten Moment vor 6 Jahren als Baby Johannes als Geschwisterkind im Morgenkreis den anderen Kindern vorgestellt und von 25 Kindern gestreichelt wurde. Über all die kleinen und großen schönen Momente - die gemeinsamen Feste und Ausflüge von der Wiesn bis zum Weihnachtsmarkt. Über die herausfordernden Momente, die wir zusammen gelöst haben. Bis heute. Wo Johannes plötzlich ganz schön „groß“ ist. So groß, dass er sich als Pate um einen kleinen Neuankömmling kümmern kann. Ihm beim Schuhe anziehen hilft. Seine Hand hält, wenn er bei Ausflügen auf der Rolltreppe stolpert. Und dieses Wochenende mit ihm seinen Geburtstag feiert. Es ist so viel passiert.
2442 gemeinsame Kindergartentage liegen hinter uns und nur noch 114 vor uns. Vielleicht sollten wir gar nicht auf den Abschiedsbrief warten? Vielleicht ist heute ein guter Tag den Menschen, die sich jeden Tag um unsere Kinder kümmern zu sagen, was wir an ihnen schätzen. Die Forschung zeigt uns, dass das nicht nur sie glücklicher macht, sondern vor allem auch uns selbst. Genauso wie das sich Bewusstmachen von Endlichkeit. In diesem Sinne:
Praxistipp für Deinen Familienalltag:
💛Wie viele Tage bleiben Deinem Kind noch in seiner Krippe / seinem Kindergarten oder seiner Schule?
💛Wofür bist Du in diesem Lebensabschnitt dankbar?
💛Sage oder schreibe heute einer Person, die sich um Deine Kinder kümmert, wofür Du ihr dankbar bist / was Du an ihr schätzt.
Ich gehe jetzt zurück zu meiner Taschentuchbox und wünsche Dir, dass Du diese Woche auch Taschentücher brauchst. Denn manche Tränen machen uns glücklich.
P.S. Unser herzliches Dankeschön geht an Jolanda und Tobi – ihr seid die besten ErzieherInnen, die wir uns hätten wünschen können.
Jolanda: Du hast so ein wundervolles Herz voller Liebe, umhüllst unsere Kinder jeden Tag mit Geborgenheit und steckst sie mit Deiner Lebensfreude und Deinem italienischen Temperament an. Wir sind Dir unendlich dankbar für die gemeinsame Zeit und all Deine tollen Ideen.
Tobi: Vor 4 Jahren kam Johannes mit folgendem Satz nach Hause: Wir haben eine neue Erzieherin – sie heißt Tobi. Kein Wunder. In Deutschland sind nur ca. 7% der Erzieher männlich. Dank Dir, weiß er mittlerweile, dass auch Männer großartige Erzieher sein können. Steck alle Männer um Dich herum mit Deiner Begeisterung für Kinder, Deiner Kompetenz und Deiner Ruhe an. Unsere kleinen Jungen (und Mädchen) brauchen mehr Vorbilder wie Dich. Let your light shine!


